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Ursachen

Verschiedene Ursachen sind bei der ärtzlichen Abklärung von Schwindelanfällen zu berücksichtigen.

Auf internistischem Gebiet können diverse Erkrankungen des Herzens, Kreislaufs und Gefäss-Systems zu Schwindelanfällen führen. Einige Beispiele sollen genannt werden:

  • Kreislaufwirksame Herzrhythmusstörungen: Verschiedenartige Rhythmusstörungen des Herzens können zu kritischen Blutdruckabfällen mit hierdurch bedingten Schwindelattacken führen. Es kann sich entweder um kritische Verlangsamungen der Herzschlagfolge mit kreislaufwirksamen Pausen handeln, oder um sehr schnelle Rhythmusphaenomene, welche keine ordnungsgemässe mechanische Herzaktion ermöglichen. Je nach Dauer der jeweiligen Rhythmusstörungen kann es sich um Schwindelzustände vorübergehender Art handeln, welche sich ggf. mehrfach wiederholen, oder es kann ein zusätzlicher Kollaps mit Bewustseinsverlust unterschiedlicher Dauer eintreten. Je nach Art und Ursache der Rhythmusstörungen kommen verschiedene Behandlungsverfahren in Betracht (Herzschrittmacher, Medikamente, implantierbarer Defibrillator/AICD, u.a.). In aller Regel liegen solchen schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen organische Herzerkrankungen zu Grunde. In Betracht kommen Herzdurchblutungsstörungen bei koronarer Herzkrankheit (KHK), abgelaufene Herzinfarkte, diverse Herzklappenfehler, primäre Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) oder auch Herzmuskelentzündungen (Myokarditiden). Neben einem Nachweis der betreffenden Herzrhythmusstörungen mittels Verfahren der EKG-Aufzeichnung (Ruhe- und Belastungs-EKG, Langzeit-EKG) sind daher weitere herzbezogene Untersuchungen erforderlich, um die Art der zu Grunde liegenden Herzerkrankung festzustellen und die jeweils erforderliche Behandlung in die Wege zu leiten.
  • Hirndurchblutungsstörungen: Bei Mangeldurchblutung bestimmter Hirnareale können ebenfalls Schwindelerscheinungen auftreten. Die diagnostische Klärung von Schwindelattacken umfasst daher auch Untersuchungen zum Nachweis von organischen Veränderungen im Verlauf der hirnversorgenden Blutgefässe, welche im Falle kritischer Gefässeinengungen Minderdurchblutungen verursachen. In erster Linie sind verschiedene Ultraschall-Dopplerverfahren einzusetzen, ggf. weitere radiologische Untersuchungen.
  • Bluthochdruck (Hypertonie): Neben anderen Symptomen kann Bluthochdruck auch zu Schwindelattacken führen, üblicherweise im Falle plötzlicher kritischer Blutdruckanstiege (sog. hypertensive Krise). Die Langzeitblutdruckmessung steht als mögliches Untersuchungsverfahren zur Verfügung, um bei Patienten mit Bluthochdruck Tendenzen zu episodisch überschiessenden Blutdruckanstiegen erkennen und die Güte einer medikamentösen Blutdruckeinstellung beurteilen zu können. Ggf. sind solche Langzeitregistrierungen des Blutdruckes mehrmals zu wiederholen.
  • Blutdruckerniedrigung: Kreislaufregulationsstörungen können zu episodischen Blutdruckabfällen (Hypotonien) führen, welche ggf. Schwindelanfälle oder auch zusätzliche Kollapszustände hervorrufen. Bei der orthostatischen Dysregulation ist der Blutdruckabfall Folge eines Blutrückstaues in die Beinvenen, vor allem beim morgendlichen Aufstehen oder längeren Stehen. Bei der neurokardiogenen Synkope entstehen Schwindel- und Kollapszustände durch überschiessende Pulsbeschleunigungen und vorübergehende Blutdruckanstiege bei Stehbelastung, welche abrupt in Pulsverlangsamungen mit Blutdruckabfall übergehen. Auch plötzliche Schreckreaktionen können in ähnlicher Weise zu Schwindel und Kollaps führen. Weitere Ursache für Blutdruckerniedrigungen kann eine zu geringe Trinkmenge mit hieraus resultierendem Flüssigkeitsmangel sein, speziell bei nachlassendem Durstreflex im höheren Lebensalter. Weiterhin können Elektrolyt- und Hormonstörungen gelegentlich Blutdruckveränderungen mit Schwindelerscheinungen hervorrufen, so z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen. Eine Überempfindlichkeit von Druckrezeptoren im Verlauf der hirnversorgenden Halsgefässe kann auch Ursache von episodischen Pulsverlangsamungen mit Blutdruckabfall und Schwindel sein (Hypersensitiver Carotissinus).

Verschiedene mögliche Ursachen für Schwindelanfälle liegen ausserhalb der Herz-Kreislauf- und Gefässerkrankungen. Auch diese sollen zur Vervollständigung erwähnt werden.

  • Otogener Schwindel: Das rechte und linke Innenohr beherbergt neben den Hörorganen (Cortischen Organen) auch die Gleichgewichtsorgane (Ampullen und Bogengänge). Verschiedene Funktionsstörungen der Gleichgewichtsorgane, unter anderem in Folge von Entzündungen und Durchblutungsstörungen, können  Schwindelattacken mit und ohne begleitende Hörstörungen bzw. Ohrgeräusche hervorrufen. Meist handelt es sich um Drehschwindelattacken. Eine subtile Diagnostik bei Hinweisen auf otogenen Schwindel (Vestibularisprüfung) liegt im Zuständigkeitsbereich des Hals-Nasen-Ohren-Arztes (HNO).
  • Neurogener Schwindel: Verschiedene Erkrankungen des Nervensystems können neben anderen Symptomen auch Schwindelattacken hervorrufen. Beispiele hierfür sind Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirntumore, multiple Sklerose, entzündliche Veränderungen. Eine Diagnostik bei Verdacht auf neurogenen Schwindel beinhaltet bildgebende radiologische Untersuchungsverfahren des Gehirns (Computer- und Kernspintomographien) und ergänzende fachneurologische Untersuchungen.
  • Okulärer Schwindel: Auch verschiedene Augenkrankheiten können zu Schwindelerscheinungen führen (Fehlsichtigkeiten bei unpassender Sehhilfe, Augenmuskellähmungen, Schielen, Glaukomanfall, u.a.). Die weiterführende Abklärung obliegt dem Augenarzt.
  • Vertebragener Schwindel: Verschiedene orthopädische Veränderungen der Halswirbelsäule (knöcherne Degenerationen, Bandscheibenveränderungen, Fehlhaltungen, Blockierungen) können neben anderen Symptomen auch Schwindel und Benommenheit hervorrufen. Neben einer klinischen Untersuchung der Halswirbelsäule kommen zur weiterführenden diagnostischen Klärung insbesondere Röntgenaufnahmen und Tomographien der Halswirbelsäule in Betracht.
  • Toxische Einflüsse: Verschiedene toxische Einflüsse wie Alkoholmissbrauch, Medikamentenabhängigkeiten und diverse Vergiftungen können neben anderen Symptomen auch zu Schwindel führen.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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